Schweizer Privatrecht

Doping-Statut von Swiss Olympic

Das Sportparlament verabschiedete im Rahmen seiner 18. Versammlung am 28. November 2014 das revidierte Doping-Statut von Swiss Olympic. Es ersetzt dasjenige von 2010 und tritt am 1. Januar 2015 in Kraft. Mit dem Statut wird der Code der Welt-Anti-Doping-Agentur in der Schweiz umgesetzt. Es definiert einleitend die Organe der Dopingbekämpfung und deren Zuständigkeiten in unserem Land: Antidoping Schweiz und die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic.

Das revidierte Doping-Statut ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

Inhaltsverzeichnis der wichtigsten Bestimmungen des Doping-Statuts:

  • Art. 2 Verstösse gegen Anti-Doping-Bestimmungen
  • Art. 5 Kontrollen und Ermittlungen
  • Art. 7 Resultatmanagement
  • Art. 8 Persönlicher Geltungsbereich
  • Art. 10 Sanktionen gegen Einzelpersonen
  • Art. 13 Rechtsmittel
  • Art. 14 Vertraulichkeit und Berichterstattung
  • Art. 15 Anerkennung von Entscheiden
  • Art. 18 Prävention und Information
  • Art. 20 Pflichten der Verbände und deren Mitglieder

Die wichtigsten Neuerungen zu den ab 1. Januar 2015 geltenden Bestimmungen des Doping-Statuts kurz und knapp erläutert:

  • Das Standard-Strafmass für absichtliches Doping wird auf vier Jahre angehoben.
  • Hingegen erlaubt die neue Regelung in Einzelfällen auch weitreichende Strafmilderung, (Minimum: Verwarnung ohne Sperre, Maximum: 2 Jahre Sperre), wenn ein Athlet „kein grobes Verschulden“ geltend machen kann insbesondere wegen eines verunreinigten Produktes.
  • Für die Definition von Doping werden zwei weitere Doping-Verstösse eingeführt: „Mittäterschaft“ (Complicity) und „verbotener Umgang“ (Prohibited Association) sind ab 2015 strafbar.
  • Die Zeitdauer, in der ein Athlet drei versäumte Kontrollen und/oder Meldepflichtverstösse anhäufen kann, wird von 18 auf 12 Monate reduziert. Neu gilt somit die Faustregel „3/12“ statt „3/18“.
  • Die Verjährungsfrist wird auf zehn Jahre erhöht. Somit können auch eingefrorene Dopingproben bis zu zehn Jahre lang aufbewahrt und für nachträgliche Analysen verwendet werden.
  • Neu anerkennen Internationale Verbände (IF) und nationale Anti-Doping-Agenturen (NADO) gegenseitig die jeweiligen Ausnahmebewilligungen zu therapeutischen Zwecken (ATZ).
  • Die Dauer der Sperre bei einem zweiten Verstoss eines Athleten oder einer anderen Person gegen Anti-Doping-Bestimmungen wird auf neue Art und Weise berechnet.
  • Es gelten neue Bestimmungen betreffend Rückkehr ins Training während einer Sperre.
  • Die Mitgliedverbände von Swiss Olympic werden dazu verpflichtet, Dopingprävention nach Absprache und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Antidoping Schweiz zu betreiben.

Weitere Kernpunkte:

  • Alle verbotenen Substanzen gelten als spezifische Substanzen, mit Ausnahme von Substanzen, die zu den Anabolika und Hormonen gehören, und mit Ausnahme der Stimulanzien, Hormonantagonisten und Modulatoren, die nicht als spezifische Substanzen in der Dopingliste aufgeführt sind. Verbotene Methoden gelten nicht als spezifische Substanzen.
  • Eine vorläufige Suspendierung ist bereits nach der positiven A-Probe möglich, resp. beim Nachweis von nicht-spezifischen Substanzen oder Methoden obligatorisch;
  • Die Definitionen und die Kommentare sind wesentlicher Bestandteil des Doping-Statuts.

Verfahrensordnung und administrative Überprüfung

Die administrative Überprüfung gemäss Verfahrensordnung wird durch Rechtsanwalt Laurent Contat, Lausanne, in Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt.