Neu ab 2017

Dopingliste 2017

Die neue Dopingliste tritt per 1. Januar 2017 in Kraft und löst zeitgleich alle bisherigen Listen ab.

Die Struktur der aktuellen Liste sowie die verbotenen Substanzklassen und Methoden sind gegenüber 2016 unverändert geblieben. Änderungen im Vergleich zur letztjährigen Liste werden im Folgenden einzeln aufgeführt:

S1 Anabolika: Einige vorher als exogen eingestufte Anabolika wurden in das Unterkapitel der endogenen Anabolika verschoben. Dies hat für Sporttreibende im Alltag keine praktischen Konsequenzen. Diese Anabolika sind weiterhin jederzeit verboten. Lediglich im Labor und im Resultatmanagement ergeben sich dabei Änderungen.

S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika: Einige Substanzen zur direkten oder indirekten Stimulierung der Erythropoietine wurden in die Liste aufgenommen. Dies hat für Sporttreibende im Alltag keine praktischen Konsequenzen, da die neu aufgeführten Substanzen alle nur in speziellen Medikamenten enthalten sind, die nur nach ärztlicher Abklärung bei schweren Nierenkrankheiten, Blutarmut oder bestimmten Blutkrankheiten eingesetzt werden.

S3 Beta-2-Agonisten: Beta-2-Agonisten können einerseits eine anabole Wirkung haben (deshalb sind sie generell verboten), werden aber andererseits zur Behandlung von Asthma eingesetzt. In der Liste 2017 werden nun die gängigen Beta-2-Agonisten aufgeführt, die verboten sind. Zur Behandlung von Asthma sind die Substanzen Salbutamol, Formoterol und Salmeterol bei inhalativer Anwendung bis zu gewissen maximalen Dosierungen erlaubt. Dabei ist zu beachten, dass bei Einhaltung dieser Dosierungen pro Tag keine Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken (ATZ) notwendig ist. Dabei ist zu beachten, dass bei Salbutamol ab 1. Januar 2017 eine neue maximale Dosierung pro 12 Stunden und bei Salmeterol erstmals eine maximale Dosierung für 24 Stunden eingeführt wurde. Nur falls die Dosierungen aus medizinischen Gründen erhöht werden sollten oder zur Asthmabehandlung ein anderer Beta-2-Agonist benötigt wird, muss eine ATZ eingereicht werden. Für Athletinnen und Athleten in einem Kontrollpool muss dies vor der Anwendung bzw. dem Therapiestart erfolgen.
Im Übrigen wurde der Beta-2-Agonist Higenamin explizit als verboten aufgeführt. Higenamin ist in der Schweiz als Wirkstoff nicht zugelassen, kommt aber in einigen asiatischen Pflanzen natürlich vor. Deshalb kann es in einigen Nahrungsergänzungsmitteln vorkommen. So zum Beispiel in Produkten die als «Pre-Workout» oder «Weightloss» Supplemente angepriesen werden.

S4 Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren: Ein weiteres Beispiel eines Aromatasehemmers wurde zur Liste 2017 zugefügt. Dies hat für Sporttreibende im Alltag keine praktischen Konsequenzen, da Aromatasehemmer nur nach ärztlicher Abklärung zum Beispiel als Zusatzbehandlung von Brustkrebs eingesetzt werden.

M1 Verbotene Methoden: Es wird präzisiert, dass Sauerstoffinhalation nicht als verbotene Methode gilt.

S6 Stimulanzien: Lisdexamfetamin ist nun explizit als nicht-spezifisches Stimulans aufgeführt. Lisdexamfetamin wird unter anderem zur Behandlung einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung eingesetzt und verlangt eine ATZ (bei Athletinnen und Athleten in Kontrollpools vor der Einnahme bzw. dem Therapiestart).

S7 Narkotika: Nicomorphin erscheint neu auf der Liste 2017. Es wird im Körper zu Morphium abgebaut. Dies hat für Sporttreibende im Alltag keine praktischen Konsequenzen, da Nicomorhin als Betäubungsmittel gilt und so nicht in gängigen Medikamenten enthalten ist.

Dopingliste 2016

Die aktuelle Dopingliste weist nur wenige Änderungen im Vergleich zur letztjährigen auf. Namentlich:

Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika (S2)

Neu wird Leuprorelin anstellte von Triptorelin als ein weiter verbreitetes Beispiel eines Releasing Faktors für Choriongonadotropin und für luteinisierendes Hormon genannt.

Hormone und Stoffwechsel-Modulatoren (S4)

Neben Insulinen werden neu auch explizit Insulin Mimetika erwähnt. Ausserdem steht Meldonium (unter dem Markenname Mildronat bekannt) neu auf der Liste der verbotenen Substanzen. Diese antiischämisch wirkende Substanz kann die sportliche Ausdauerleistung positiv beeinflussen, steigert die Regeneration nach Belastung, schützt vor Stress und wirkt stimulierend auf das Zentralnervensystem. In Russland und den Baltischen Staaten ist Meldonium als Herz-Therapeutikum zugelassen. Bisher war Meldonium im Überwachungsprogramm aufgeführt.

Stimulanzien (S6)

Neuer Hinweis, dass die Verwendung von Clonidin (Alpha2-Rezeptor-Agonist) erlaubt ist.

In gewissen Sportarten verbotene Wirkstoffe (P1 und P2)

Neu ist Alkohol (P1) im Motorradsport nicht mehr verboten.

Kontrollpools

Die Einteilung der Athletinnen und Athleten in verschiedene Kontrollpools sowie die damit einhergehenden Verpflichtungen werden per 01.01.2016 leicht angepasst. Athletinnen und Athleten, die von den Erneuerungen direkt betroffen sind, werden schriftlich von Antidoping Schweiz darüber informiert.

Alles weitere Wissenswerte unter Kontrollpools in den Einzelsportarten oder unter Kontrollpools in den Teamsportarten.

Ausnahmebewilligung zu therapeutischen Zwecken (ATZ)

Neu müssen alle Poolathleten einen allfälligen ATZ-Antrag vorgängig einreichen. Athletinnen und Athleten, die keinem Kontrollpool angehören, machen dies nachträglich.

Neu ab 2015

Revidierte Anti-Doping-Bestimmungen 2015

Hier finden Sie alle relevanten Informationen, Dokumente und Links betreffend der ab 1. Januar 2015 geltenden, revidierten Anti-Doping-Bestimmungen.

Durch das Inkrafttreten des neuen Welt-Anti-Doping-Programms der WADA (Code und fünf Internationale Standards) per 1.1.2015 werden auch alle privatrechtlichen Bestimmungen im Schweizer Sport entsprechend angepasst. Dies betrifft insbesondere das Doping-Statut von Swiss Olympic und die zugehörigen Ausführungsbestimmungen von Antidoping Schweiz. Weiter unten finden Sie einen zeitlichen Überblick zu den abgeschlossenen und laufenden Arbeiten.

Um die relevanten Änderungen betreffend der Anti-Doping-Bestimmungen 2015 den verschiedenen Zielgruppen nutzerfreundlich vermitteln zu können, bietet Antidoping Schweiz diese drei Mobile Learning Einheiten an:

BASIC

Das Wichtigste kurz und knapp, für alle, die sich für die neuen Anti-Doping-Bestimmungen ab 2015 interessieren.


ADVANCED

(Nachwuchs-)Athleten, Personen aus dem Athletenumfeld (Trainer, Coach, Betreuer, Eltern) sowie weitere Fachpersonen wie Physiotherapeuten oder Ernährungsberater finden hier detailliertere Informationen inkl. Kontrollfragen zu den bevorstehenden Änderungen betreffend der neuen Anti-Doping-Bestimmungen 2015.


EXPERT

Spezifische Schulungsinhalte und Hintergrundinformationen betreffend der neuen Anti-Doping-Bestimmungen 2015 für Spitzenathleten, Anti-Doping-Verantwortliche von Verbänden und Teams sowie Apotheker und Sportmediziner. Der Wissenstransfer wird mittels Kontrollfragen zum Schluss getestet.


Zeitplan

1. Januar 2015: Alle revidierten Anti-Doping-Bestimmungen treten in Kraft und ersetzen das bisherige Regelwerk.

28. November 2014: Das Sportparlament nimmt das revidierte Doping-Statut von Swiss Olympic an.

28. September 2014: Frist zur Einreichung von schriftlichen Änderungsanträgen zum Doping-Statut läuft ab.

23. August 2014: Swiss Olympic informiert in einem Schreiben alle Mitgliedverbände über das besondere Antragsverfahren zur Revision des Doping-Statuts.

23. Juni 2014: Der Exekutivrat von Swiss Olympic überprüft die Anpassungen im revidierten Doping-Statut und beantragt die Genehmigung durch das Sportparlament.

Januar - September 2014: Unter der Federführung von Antidoping Schweiz werden die Änderungen des Codes und der Internationalen Standards in die für die Schweiz geltenden Reglemente integriert.

15. November 2013: Der revidierte Welt-Anti-Doping-Code wird in Johannesburg anlässlich der Weltversammlung zu Doping einstimmig angenommen.

Dokumente

Doping-Statut von Swiss Olympic

Ausführungsbestimmungen von Antidoping Schweiz

Weitere Auskünfte

Für rechtliche Auskünfte zur Revision des Doping-Statuts und der Ausführungsbestimmungen steht Ihnen Herr Marco Steiner, Stv. Direktor von Antidoping Schweiz gerne zur Verfügung, +41 31 359 74 44 oder info@antidoping.ch