Oral-Turinabol®

Dehydrochlormethyltestosteron ist ein in den 1960er Jahren in der damaligen DDR entwickeltes und unter dem Handelsnamen Oral-Turinabol® vertriebenes Anabolikum. Es wurde in den 1970er und 1980er Jahren staatlich organisiert in grossem Umfang im DDR-Leistungssport, insbesondere in den Kraftdisziplinen wie Kugelstossen, Diskuswerfen sowie in Sprintdisziplinen und beim Schwimmen verabreicht, oft ohne Wissen der Athleten. Oral-Turinabol® wurde teilweise bereits Sportlern ab einem Alter von 13 Jahren verabreicht. Die Produktion von Oral-Turinabol® wurde 1994 wegen der leberschädigenden Wirkung von der Herstellerfirma Jenapharm eingestellt. Oral-Turinabol® ist heute jedoch wieder auf dem Schwarzmarkt erhältlich, der Wirkstoff wird weiterhin hergestellt, unter anderem in Labors in China.

Nebenwirkungen

Überdosierungen oder Einnahmen über längere Zeit können zu schweren Leberschädigungen, erheblichem Bluthochdruck, Muskelkrämpfen und erhöhter Aggressivität führen. Mögliche Nebenwirkungen bei Frauen sind eine tiefere Stimme, Bartwuchs, Akne, eine Steigerung der Libido, Unfruchtbarkeit und Menstruationsstörungen. Bei Männern können Potenzstörungen und Prostataerkrankungen auftreten. Besonders problematisch ist die Verabreichung von Dehydrochlormethyltestosteron an Kinder, da diese sich noch in der Wachstumsphase befinden und daher leicht Wachstumsstörungen auftreten können.